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Vom Umkehren und Nein-Sagen

June 30, 2017

Ohne Frage - den Gipfel zu erreichen ist wohl einer der schönsten Momente einer Bergtour. Wieder heil unten anzukommen aber auch. Zwei Ereignisse, die im besten Fall zur selben Tour gehören. Doch wie schnell gerät das Heil-Ankommen beim vielleicht schon nahen Gipfel in den Hintergrund?

 

Wird schon gut gehen...

... ging ja immer gut!

 

Wer kennt diesen Gedanken nicht? Egal ob beim Bergsport, im Beruf oder privatem Alltag. Man zweifelt kurz, ist sich unsicher - und handelt trotzdem. Vielleicht deswegen, weil das Gehirn irgendwann gelernt hat, dass es eben gut geht. Und weil es dem Menschn angelegt ist an die Grenzen zu gehen. Denn nur so kommen wir weiter. Nur so konnte sich der Mensch zu dem entwickeln was er ist. (So funktioniert übrigens auch Training und sportliche Leistungssteigerung. ;-)

 

Wenn es aber einmal nicht gut, sondern schief geht, dann können die Folgen gerade im Bergsport fatal sein. Kein Wunder, dass viele bekannte Bergsteiger ihre Karriere mit einem Absturz beenden.

 

Warum Umkehren so schwer ist

Eine Umkehr findet meist dann statt, wenn der Gipfel schon in erreichbarer Nähe ist - oder wir das zumindest meinen. Oft sind es auch nur kurze Stellen, die zur Umkehr zwingen oder zur Überlegung führen: "Nur diese eine Stelle bezwingen. Dann wirds wieder leicht."

Vielleicht ist man aber auch das schwächste Glied der Gruppe und möchte keine Schwäche vor den anderen zeigen, bzw. nicht der Grund für eine Umkehr der ganzen Gruppe sein.

Evtl. ist man auch schon so weit gekommen, dass der Abstieg auf dem gegenüberliegenden Grat (also hinter dem Gipfel) leichter und schneller ist.

 

Einfluss auf unser Denken haben auch Neurotransmitter oder die Höhe, in der wir uns befinden. In grosser Höhe ist die Urteilsfähigkeit und das realistische Einschätzen von schwierigen Situationen vermindert. Ausserdem werden beim Sport verschiedene Hormone ausgeschüttet, die ein Hochgefühl verursachen können und das eigene Können schnell überschätzen lassen.

 

All das und vor allem die Mischung daraus führt dazu, dass eine Umkehr schwieriger ist als das Weitergehen.

 

 

Deshalb ist Umkehren eine Stärke und sicher keine Schwäche!

Ich selbst kehre natürlich auch nicht gerne um. Habe es aber schon oft getan und bereue es in keinem einzigen Fall.

 

Mehrmals hat das Wetter nicht mitgespielt. Da ist Umkehren zwar leichter, doch auch in diesen Situationen gab es den inneren Drang weiterzugehen. Nasse Felsen, zu viel Schnee und schlechte Sicht haben mich aber dennoch abgehalten.

 

Kürzlich erst habe ich bewusst aufgrund meiner "Skifahrkünste" auf einen Gipfel verzichtet. Doch hätten wir am Tag davor nicht schon einen 4000er-Gipfel erreicht, hätte mich das sehr gewurmt. Schliesslich hatte ich mir ja einen 4000er als eine Art Trophäe für dieses Wochenende vorgenommen. Doch was hätte mir diese Trophäe genutzt, wenn es auch mir so ergangen wäre, wie einem Skitourengänger im selben Gebiet am selben Wochenende: Als ich nämlich auf der Hütte den freien Tag verbrachte, während mein Freund und ein Kollege alleine auf den geplanten Gipfel gingen, erfuhr ich, dass am Tag zuvor ein Skitourengänger am Mönch ausgerutscht und abgestürzt sei. Tot.

 

Dieses Erlebnis hat mir wieder einmal bewusst gemacht, wie nah und real das Risiko im Bergsport ist. Lieber einmal mehr umkehren, als einmal zuviel abstürzen oder sich auch "nur" zu verletzen.

 

Was passiert, wenn eine Bergtour ohne Gipfelerlebnis zu Ende geht?

Nichts!

 

War das Wetter schuld, dann ärgert man sich und kommt einfach bei besserem Wetter wieder.

Musste man die Tour abbrechen, weil das eigene Können nicht gereicht hat, dann muss man sich das eingestehen. Man muss erkennen, dass das was man sich vorgenommen hat, doch eine Nummer zu hoch war. Man hat sprichwörtlich versagt.

 

Doch hat man wirlich versagt? Oder war die Erwartungshaltung nur zu hoch?

 

Der Schlüssel zum Erfolg

Klar, Training. Ohne das geht es nicht.

 

Aber mindestens genauso wichtig ist eine gesunde und angemessene Erwartungshaltung. Wer sich mit den eigenen Erwartungen nicht überfordert, der wird weniger enttäuscht und kann die (eigenen) Erwartungen leichter erfüllen oder sogar übertreffen. Und das führt zu langfristiger Motivation und langfristigem Erfolg.

 

Übrigens: Ein Tag auf einer Hütte kann auch ganz schön sein. Es muss nicht immer der Gipfel sein, der zufrieden macht. Siehe Bilder:

 

 

 

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